Lohmann-Stiftung für Liedgesang e.V. Lohmann-Stiftung für Liedgesang e.V.
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Nachruf auf Justus Zeyen

Justus Zeyen, Professor für Liedgestaltung an der Musikhochschule Hannover bis 2020 und anschließend in Wien, war gerade im Begriff, sich als neugewählter Erster Vorsitzender der Lohmann-Stiftung für Liedgesang zu engagieren, als ihm eine medizinische Diagnose den Einstieg in die Arbeit verbot. Im September 2025 war er gewählt worden, im Oktober musste er uns seine erzwungene Inaktivität mitteilen.

Nun erreichte uns am Jahresende die Nachricht von seinem plötzlichen Tod. Wir sind bestürzt und traurig. Er fehlt nicht nur seinen Studenten, den Konzertpartnern und dem Publikum, sondern auch uns. Wir hatten uns von seinem Vorsitz, seiner offenen, kollegialen, freundlichen und ideenreichen Art neue Möglichkeiten für unsere Weiterentwicklung versprochen.

Nachruf auf Aribert Reimann

 Am 13. März dieses Jahres ist Aribert Reimann verstorben.

Als ein Verein, der sich der Gesangskultur verschrieben hat, waren und bleiben wir diesem Komponisten in besonderer Weise verbunden. Er liebte die Vokalmusik und die Sänger und hat sie mit zahlreichen Werken bereichert. Seine Stücke für Gesangssolisten wurden von ihm auch dadurch vorbereitet, dass er sich die betreffenden Stimmen zunächst genau anhörte.

Wir werden sein Werk bei unseren weiteren Programmplanungen dankbar berücksichtigen.

Nachruf auf Roland Hermann

Anno Domini 1968 entsandte die BRD ein junges Solistenquartett - Roland Hermann, Hanno Blaschke, Ortrun Wenkel und die Schreiberin dieser Zeilen - als Botschafter der Musik nach Lateinamerika. Wir hatten die Ehre, das Hochamt des Eucharistischen Weltkongresses in der Kathedrale von Bogota musikalisch zu bereichern, und die wunderbare Aufgabe, fast allen süd- und mittelamerikanischen Hauptstädten - auch die Veranstaltungen rund um die Olympischen Spiele in Mexiko gehörten dazu - klingende Botschaften aus dem kulturell und wirtschaftlich wiedererstandenen Deutschland zu überbringen. Dass drei Sänger aus diesem Quartett den Namen Lohmann in ihrem künstlerischen Werdegang mitführten, hat wohl nicht unwesentlich dazu beitragen, dass der gute Zusammenklang der Stimmen sich von selbst einstellte und die gegenseitige Hochachtung ebenfalls. Wie verschieden unsere Karrieren sich auch gestaltet haben, unter dem Namen Lohmann haben wir uns immer wieder begegnen und miteinander arbeiten dürfen.

Roland Herrmann ist in diesem Monat von uns gegangen - er wird uns allen, seinen Kollegen, seinen Zuhörern, seinen Schülern und den Mitgliedern unserer Stiftung, deren erster Vorsitzender er gewesen ist, in lebendiger und lebenslanger Erinnerung bleiben.


Charlotte Lehmann
1. Vorsitzende der Lohmann-Stiftung für Liedgesang
im November 2020

Nachruf auf Frau Prof. Hildegund Lohmann-Becker

H.Lohmann Becker sw

Hildegund Lohmann-Becker, die Grande Dame der Gesangspädagogik, ist nicht mehr.

Am 31. Januar ist sie friedlich an der Hand ihrer fürsorglichen Betreuerin Matylda in ihrem Wiesbadener Haus entschlafen. Zurückblicken konnte sie auf ein Leben ganz im Dienst der Gesangskunst, sowohl als aktive Interpretin als auch als Pädagogin.

1922 als Tochter eines Lehrerehepaares in Aschaffenburg geboren, wurde sie während des 2. Weltkrieges in den Arbeitsdient nach Sachsen verpflichtet, wo sie bei dem großen Bombenangriff auf Dresden im Februar 1945 unter Trümmern verschüttet und nur per Zufall von ihrer Schwester Gertrud in der zerstörten Stadt gefunden wurde, jedoch in verwirrtem Zustand und mit dem Verlust ihrer Stimme! Nach ca. einem dreiviertel Jahr der Rekonvaleszenz entschließt sie sich zu einem Schulmusikstudium in Dresden, das sie mit dem Staatsexamen abschließt. Bereits 1948 macht sie (ebenfalls in Dresden) das Konzert- Examen mit der Künstlerischen Reifeprüfung in Gesang. Schließlich nimmt sie ein Engagement als Spielaltistin an der Bühne in Brandenburg an der Havel an.

Um ihr Gesangsstudium fortzusetzen bzw. aufzubauen, mit einer speziellen Ausrichtung auf Stimmpädagogik und Liedgesang, gelangte sie 1951 auf Empfehlung zu Prof. Paul Lohmann in Wiesbaden. Dass sich dieser Weg gelohnt hatte, konnte sie sich und dem Publikum letztlich beweisen – mit Liederabenden und Konzerten in vielen europäischen Städten einschließlich Istanbul. Bereits 1957 stellte Prof. Lohmann uns jungen Studenten ein „Fräulein Hildegund Becker“ als seine Assistentin vor. Damit begann ihre Laufbahn als Stimmbildnerin, an der Staatl. Hochschule für Musik in Frankfurt am Main bis hin zu ihrer Ernennung als Professorin 1979. Zwischenzeitlich aber avancierte sie 1962 offiziell zur Mitarbeiterin der Professoren Franziska Martienssen-Lohmann und Paul Lohmann bei den internationalen Musikfestspielen in Luzern, bei Gesangskursen in Berlin, Paris und in Skandinavien. 1972 heiratete sie Paul Lohmann.

Nach dem Tod von Paul Lohmann (1981) gründete sie die „Paul und Hildegund-Lohmann-Stiftung für Liedgesang e.V., Wiesbaden“ mit der Zielsetzung der Förderung junger Sänger, des Liedgesangs, der Erhaltung und des Ausbaus der Verbreitung der Lohmann’schen Stimmbildung.

Parallel dazu reiste Frau Prof. Hildegund Lohmann-Becker (nun in Eigenregie), unermüdlich zur Durchführung von Symposien und Stimmbildungskursen in die Schweiz und Skandinavien. Nur wenig Zeit für das Privatleben ließen ihr z.B. die Vorbereitungen für die (damals noch 3x jährlich stattfindenden) Lohmann-Symposien im Gemeindehaus von St. Mauritius, Wiesbaden, sowie ihre fachlich äußerst ausgefeilten Vorträge, gesammelt und ediert vom Schott-Campus-Verlag unter dem Titel „Hören-Wahrnehmen-Wissen“. Viel Zeit und Wissen investierte sie ebenfalls in die folgenden zwei Buchbände: „Singen ist eine Sprache der Seele“ (Erinnerungen an Paul Lohmann), Peters Verlag, und „Handbuch Gesangspädagogik: Stichworte zu Theorie und Praxis“, Schott Verlag.

Nicht vergessen zu erwähnen möchte ich unsere Bewunderung für ihre spontane Fähigkeit, eigene Schüler sowie die von Paul Lohmann während des Unterrichts auf dem Flügel zu begleiten.
Und so hat sich der Kreis eines bis an den Rand des Fassungsvermögens gefüllten Künstler- und Pädagoginnen-Lebens geschlossen. Dankbar wollen wir die Staffel weiterreichen an die uns ablösende Generation.

Verfasst von Gisela Bonhard-Roeder

 

 

Aktuelles

  • Jan Philip Schulze ist der neue Erste Vorsitzende der Lohmann-Stiftung
  • Außerordentliche Mitgliederversammlung der Lohmann-Stiftung am 18.7.26, Vorstandswahl
  • Liedstunde mit Susan Jebrini (Mezzosopran) und Hedayet Jonas Djeddikar am 16. März im Museum August Kestner, Hannover
  • „Die Schöne Müllerin“ am 13.1.24 im Museum August Kestner in Hannover
  • Das Lied in Hannover – Fünf weitere Liedstunden sind im Lauf des Jahre 2024 geplant

Adresse

Lohmann-Stiftung für Liedgesang e.V.

 Gellertstr. 55 | 30175 Hannover
 0170 1862605
 Charlotte.Lehmann@t-online.de


Schriftführung

Christoph Klein
 0231-70096897
 krixel@gmx.de


Kartenvorbestellungen bitte per e-mail unter lohmann.stiftung@gmx.de [Pünktchen nicht vergessen!]

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