Anno Domini 1968 entsandte die BRD ein junges Solistenquartett - Roland Hermann, Hanno Blaschke, Ortrun Wenkel und die Schreiberin dieser Zeilen - als Botschafter der Musik nach Lateinamerika. Wir hatten die Ehre, das Hochamt des Eucharistischen Weltkongresses in der Kathedrale von Bogota musikalisch zu bereichern, und die wunderbare Aufgabe, fast allen süd- und mittelamerikanischen Hauptstädten - auch die Veranstaltungen rund um die Olympischen Spiele in Mexiko gehörten dazu - klingende Botschaften aus dem kulturell und wirtschaftlich wiedererstandenen Deutschland zu überbringen. Dass drei Sänger aus diesem Quartett den Namen Lohmann in ihrem künstlerischen Werdegang mitführten, hat wohl nicht unwesentlich dazu beitragen, dass der gute Zusammenklang der Stimmen sich von selbst einstellte und die gegenseitige Hochachtung ebenfalls. Wie verschieden unsere Karrieren sich auch gestaltet haben, unter dem Namen Lohmann haben wir uns immer wieder begegnen und miteinander arbeiten dürfen.
Roland Herrmann ist in diesem Monat von uns gegangen - er wird uns allen, seinen Kollegen, seinen Zuhörern, seinen Schülern und den Mitgliedern unserer Stiftung, deren erster Vorsitzender er gewesen ist, in lebendiger und lebenslanger Erinnerung bleiben.
Charlotte Lehmann
1. Vorsitzende der Lohmann-Stiftung für Liedgesang
im November 2020
Nachruf auf Roland Hermann